Ausgewählte finanzwirtschaftliche Begriffe einfach erklärt
Finanzglossar
Finanzglossar
A
Absatz bezeichnet bei Volkswagen üblicherweise die Anzahl der Fahrzeuge, die der Konzern an den Handel (Importeure, Händler, Vertriebspartner) verkauft.
Es handelt sich also um den Vertrieb an die Handelsorganisation, nicht zwingend an den Endkunden.
Die Aktivierungsquote ist als Relation aus den aktivierten Entwicklungskosten und den gesamten Kosten für Forschung und Entwicklung im Konzernbereich Automobile definiert. Sie stellt den Anteil der gesamten Primärausgaben für Forschung und Entwicklung dar.
Auslieferungen sind bei VW die tatsächlichen Übergaben von Fahrzeugen an Endkund*innen weltweit. Es handelt sich um die marktrelevante Größe, die zeigt, wie viele Fahrzeuge final beim Kunden landen.
Die Ausschüttungsquote ist die Summe der auf die Stamm- und Vorzugsaktien entfallenden Dividenden im Verhältnis zum Ergebnis nach Steuern, das auf die Aktionäre der Volkswagen AG entfällt. Die Ausschüttungsquote gibt Auskunft über die Verteilung des Ergebnisses.
B
Mit der Bruttomarge wird der prozentuale Anteil des Bruttoergebnisses an den Umsatzerlösen innerhalb einer Periode ermittelt. Die Bruttomarge gibt Auskunft über die Profitabilität nach Kosten des Umsatzes.
C
CapEx steht für „Capital Expenditures“, also Investitionsausgaben. Es handelt sich um Ausgaben eines Unternehmens für den Erwerb, die Verbesserung oder die Instandhaltung von langfristigen Vermögenswerten wie Maschinen, Gebäude, Fahrzeuge oder IT-Systeme.
Diese Ausgaben sind nicht sofort als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung sichtbar, sondern werden über die Nutzungsdauer des Vermögenswerts abgeschrieben.
Die Cash Conversion Rate stellt das Verhältnis des Netto Cashflows zum operativen Ergebnis im Konzernbereich Automobile dar. Dieses Verhältnis zeigt die Relation von Mittelzufluss/-abfluss und operativem Gewinn.
Der Cashflow (auch „Cash Flow“ geschrieben) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Zahlungsstrom eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums beschreibt. Er zeigt, wie viel liquide Mittel (also Bargeld und Bankguthaben) einem Unternehmen durch seine Geschäftstätigkeit tatsächlich zufließen oder abfließen.
Die China Electronic Architecture ist eine gemeinsam von der Volkswagen China Technology Company (VCTC), CARIAD und dem Fahrzeughersteller und Kooperationspartner XPENG entwickelte E/E-Architektur für den chinesischen Markt.
D
Als Dividendenrendite wird die Relation aus Dividende für das Berichtsjahr und dem Aktienkurs je Aktiengattung berechnet und zeigt die Rendite je Aktie. Die Dividendenrendite findet insbesondere Verwendung bei der Aktienbewertung und zum Aktienvergleich.
E
Die Eigenkapitalquote gibt den prozentualen Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital zu einem Stichtag an. Diese Quote ist ein Indikator für die Stabilität und Kapitalkraft des Unternehmens und zeigt den Grad der finanziellen Unabhängigkeit.
Mit der Eigenkapitalrendite wird das Verhältnis von Gewinn vor Steuern und durchschnittlichem Eigenkapital einer Periode in Prozent dargestellt. Sie ist ein Indikator für die Ertragskraft des Unternehmens und gibt die Verzinsung des Eigenkapitals wieder.
Skalierbare Plattform zur sicheren und schnellen Verarbeitung von Daten im digital vernetzten Fahrzeug. Sie verbessert die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Cloud und ermöglicht eine höhere Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge.
EREV steht für "Extended Range Electric Vehicle" und bezeichnet Elektrofahrzeuge mit einem Range Extender, also einem Verbrennungsmotor, der als Generator dient, um die Batterie während der Fahrt aufzuladen. Im Gegensatz zu reinen Elektroautos (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) wird ein EREV hauptsächlich vom Elektromotor angetrieben, der Verbrennungsmotor dient lediglich dazu, die Reichweite zu verlängern.
.
F
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeiten (z. B. Aufnahme oder Rückzahlung von Krediten, Ausgabe von Aktien)
Die F&E-Quote im Konzernbereich Automobile ist das Verhältnis der gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten zu den Umsatzerlösen. Die Quote entspricht den direkten Aufwendungen für die Entwicklung, Gestaltung und Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen, Technologien und Prozessen.
H
Hybridanleihen sind Finanzinstrumente, die sowohl Merkmale von Anleihen (Schuldtitel) als auch von Aktien (Eigenkapital) aufweisen. Sie sind in der Regel nachrangig gegenüber anderen Schulden.
Antrieb, bei dem zwei verschiedene Typen von Motoren und Energiespeichern kombiniert werden (in der Regel ein Verbrennungs- und ein Elektromotor).
I
Geldfluss aus Investitionen (z. B. Kauf oder Verkauf von Maschinen, Immobilien, Beteiligungen)
Die Investitionsquote im Konzernbereich Automobile ergibt sich aus der Addition der Forschungs-und Entwicklungskostenquote (F&E-Quote) mit der Sachinvestitionsquote: Die F&E-Quote im Konzernbereich Automobile setzt die gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten in Relation zu den Umsatzerlösen. Die Sachinvestitionsquote im Konzernbereich Automobile bringt gleichermaßen unsere Innovationskraft und zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zum Ausdruck. Bei ihrer Berechnung werden die Investitionen – im Wesentlichen für die Modernisierung und Erweiterung der Produktpalette, für umweltfreundliche Aggregate sowie für die Anpassung der Produktionskapazitäten und Verbesserung der Fertigungsprozesse – ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen des Konzernbereichs Automobile gesetzt.
K
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ergibt sich aus der Division des Kurses je Aktiengattung durch das Ergebnis je Aktie. Es spiegelt die Ertragskraft je Aktie wider und gibt im Mehrjahresvergleich Auskunft über deren Entwicklung.
M
N
Der Netto-Cashflow des Konzernbereichs Automobile zeigt den Mittelüberschuss aus dem laufenden Geschäft, der zum Beispiel für Dividendenzahlungen zur Verfügung steht. Er ergibt sich aus dem Cashflow des laufenden Geschäfts abzüglich der Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts.
Die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile bildet den nicht durch Kreditstand finanzierten Bestand an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten, Wertpapieren, Darlehensforderungen und Termingeldanlagen ab. Zur Absicherung der Geschäftstätigkeit haben wir das strategische Ziel formuliert, dass die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile rund 10 % der Umsatzerlöse des Konzerns beträgt.
Fahrzeuge, die beim Betrieb keine schädlichen Emissionen aus Verbrennungsgasen aufweisen. Zu den Null-Emissions-Fahrzeugen zählen beispielsweise reine Elektroautos (BEV) oder Brennstoffzellenfahrzeuge.
O
Geldfluss aus dem laufenden Geschäft (z. B. Einnahmen aus Verkäufen abzüglich laufender Kosten)
Das operative Ergebnis, häufig auch Betriebsergebnis genannt, ist die wichtigste Kennzahl für das Geschäft eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum. Das operative Ergebnis benennt exakt den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die mitunter auch als „operativer Gewinn“ bezeichnete Kennziffer ist somit eine Beschreibung der operativen Leistungsfähigkeit – vor dem Investitionsaufwand.
Die operative Umsatzrendite ist das Verhältnis von erwirtschaftetem Operativen Ergebnis zu Umsatzerlösen.
Funktion, die es Autoherstellern ermöglicht, Kunden Software-Aktualisierungen für das Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, ohne dass die Kunden hierfür einen Servicepartner aufsuchen müssen. Die jeweiligen Aktualisierungen werden dabei über das Mobilfunknetz an das Fahrzeug übertragen.
P
Plug-in-Hybrid ist die gebräuchliche Bezeichnung für ein plug-in hybrid electric vehicle, abgekürzt PHEV. Traditionell bezeichnet man einen Antrieb als Hybrid, wenn zwei Antriebstechnologien – also jeweils Motor und Energiespeichersystem – in einem Fahrzeug kombiniert sind.
Plattformarchitektur für konventionell angetriebene Fahrzeuge mit längs eingebauten Motoren.
Diese Plattform arbeitet mit der E³-Architektur. Gleichzeitig erlaubt die PPC eine schrittweise Elektrifizierung – im ersten Schritt in Form von Mild-Hybriden. Die PPC kombiniert eine große Variabilität und modernste Technologie mit hoher wirtschaftlicher Rentabilität.
Neue Fahrzeugplattform für elektrisch angetriebene Fahrzeuge der Premium-, Sport- und Luxusklasse. Die Komponenten und Funktionen dieser Plattform sind speziell auf die hohen Anforderungen in diesem Segment zugeschnitten. Mit dieser Plattform werden hohe Synergien insbesondere zwischen den Marken Audi, Porsche und Bentley erzielt.
R
S
Die Scalable Systems Platform (SSP) ist eine zukunftsorientierte Mechatronikplattform für elektrisch angetriebene und volldigitalisierte Fahrzeuge auf Basis einer einheitlichen Software-Architektur. Innovative Technologien und Skalierbarkeit ermöglichen hohe Synergien vom Kleinstwagen bis zur Oberklasse mit der erforderlichen Produktdifferenzierung zwischen den Markengruppen Volumen, Progressive sowie Sport Luxury bei
gleichzeitig verringertem Investitionsbedarf.
Fahrzeuge, die mit Fokus auf Software konzipiert und entwickelt werden. Hochgradig digitalisiert mit Hochleistungsrechnern und modernen, eingebetteten Rechnersystemen. Ihre Funktionen lassen sich zentralisiert steuern, über die Lebensdauer aktualisieren und erweitern. Ihre Software dockt flexibel an unterschiedlichste Hardware an - von Steuergeräten bis Sensoren wie Kamera und Lidar. SDVs gelten als Grundlage für sichere, intelligent kommunizierende Fahrzeugflotten, ein neues Kundenerlebnis im Infotainment und hochautomatisierte Fahrfunktionen.
Bei der Steuerquote handelt es sich um das in Prozent angegebene Verhältnis zwischen den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und dem Gewinn vor Steuern. Die Steuerquote zeigt den Anteil, der vom erwirtschafteten Gewinn als Steuern abzuführen ist.
T
Das neue WLTP-Testverfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) wurde anhand weltweit gesammelter Fahrdaten entwickelt und deckt Fahrsituationen vom Innenstadtverkehr bis hin zur Autobahnfahrt ab. Im Gegensatz zum NEFZ ist der darin eingesetzte Zyklus WLTC (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Cycle) wesentlich dynamischer – er hat deutlich mehr Beschleunigungs- und Bremsvorgänge als sein Vorgänger. Neben dem eigentlichen Fahrprofil wurde auch die Messprozedur international vereinheitlicht und an die aktuelle Fahrzeugtechnik angepasst. Dazu gehörte eine Vielzahl von Themen, darunter zum Beispiel die Frage, bei welcher Temperatur ein Fahrzeug vermessen oder wie der korrekte Reifendruck definiert werden soll. Ziel war es, die Realität möglichst genau abzudecken, mögliche Varianzen weitgehend zu reduzieren und den Testaufwand so gering wie möglich zu halten. Wie beim NEFZ soll die Wiederholbarkeit und Konformität des Messverfahrens überall auf der Welt zu gewährleisten sein: Ein Fahrzeug desselben Typs muss in allen Teilen der Welt bei korrekter Befolgung der Messprozedur zu jedem Zeitpunkt das gleiche Testergebnis erbringen. Dafür muss die Prozedur den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen eines Fahrzeugs zuverlässig und repräsentativ ermitteln können.
U
Als Umsatzrendite ist das in Prozent ausgedrückte Verhältnis von Gewinn vor Steuern und Umsatzerlösen innerhalb einer Periode definiert. Sie zeigt die Höhe des je Umsatzeinheit erwirtschafteten Gewinns. Die Umsatzrendite gibt Auskunft über die Profitabilität der gesamten Geschäftstätigkeit vor Abzug von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag.
Glossar Hauptversammlung
Ausgewählte Begriffe rund um die Hauptversammlung einfach erklärt
A
Eine Online-Plattform, über die Aktionäre (bzw. deren Bevollmächtigte) ihre Rechte ausüben können, insbesondere bei virtuellen Hauptversammlungen.
D
Die Bank, bei der ein Aktionär seine Aktien verwahrt. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Anmeldung zur Hauptversammlung.
Der Teil des Gewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Hauptversammlung beschließt über die Höhe der Dividende.
E
Die formale Einladung zur Hauptversammlung, meist durch den Vorstand, mit Angabe von Ort, Zeit und Tagesordnung.
Die Aktionäre (bzw. deren Bevollmächtigte) stimmen in der Hauptversammlung darüber ab, ob Vorstand und Aufsichtsrat für das vergangene Geschäftsjahr entlastet werden. Das Ergebnis spiegelt das Vertrauen der Aktionäre in die Gremienmitglieder wider.
H
Gesetzlich vorgeschriebene Versammlung der Aktionäre einer Aktiengesellschaft (AG), in der zentrale Entscheidungen getroffen werden, z. B. zur Gewinnverwendung, zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat oder zu Kapitalmaßnahmen.
K
Eine Maßnahme zur Veränderung des Grundkapitals, die in der Regel der Zustimmung der Hauptversammlung bedarf – etwa eine Kapitalerhöhung oder -herabsetzung, z. B. durch die Ausgabe neuer Aktien.
N
Der Stichtag, zu dem ein Aktionär Aktien besitzen muss, um an der Hauptversammlung teilnehmen und abstimmen zu können (in Deutschland: 22. Tag vor der Hauptversammlung).
S
Das Recht eines Aktionärs, bei der Hauptversammlung über Beschlüsse abzustimmen. Die Anzahl der Stimmen richtet sich nach der Anzahl der gehaltenen Stammaktien.
T
Die Liste der Themen und Beschlussvorschläge, über die in der Hauptversammlung abgestimmt wird.
V
Eine Hauptversammlung, die vollständig online ohne physische Präsenz der Aktionäre (bzw. deren Bevollmächtigte) stattfindet. Teilnahme, Fragestellung und Abstimmung erfolgen über eine Online-Plattform gemäß den gesetzlichen Vorgaben.
Mit einer Vollmacht kann ein Aktionär sein Stimmrecht an Dritte übertragen, z. B. an einen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft oder einen Aktionärsverein.




