Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Group: „Der Aufsichtsrat hat dem heute vorgelegten Zukunftsplan des Konzernvorstands einstimmig zugestimmt. Das ist ein starkes Signal für die Zukunft des Volkswagen Konzerns. Wir übernehmen Verantwortung für unser gesamtes Team, für unsere Partner und für Industriearbeitsplätze weltweit. Wir investieren in den nächsten Jahren eine dreistellige Milliardensumme, um unsere ikonischen Marken noch attraktiver, stärker und wettbewerbsfähiger zu machen.“
Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats: „Aufsichtsrat und Vorstand der Volkswagen AG zeigen mit dem nun beschlossenen Zukunftsplan eindrucksvoll, dass die Transformation des Unternehmens mit aller Kraft vorangetrieben wird. Dem Aufsichtsrat wurde das vom Vorstand entwickelte Transformationskonzept eingehend dargelegt und erläutert. Wir sind als Aufsichtsrat überzeugt davon, dass mit dessen Umsetzung die dauerhafte Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen Konzerns gesichert wird.“
Olaf Lies, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen: „Die Herausforderungen für Volkswagen und die deutsche Automobilindustrie sind angesichts des internationalen Wettbewerbs enorm. Umso wichtiger ist, dass wir jetzt einen gemeinsamen Weg für die notwendige Transformation gehen. Von dem heutigen Beschluss gehen wichtige Signale aus: Wir investieren kräftig in Zukunftsfähigkeit und wir verbessern die Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig werden wir für unsere Standorte langfristige Perspektiven entwickeln. Und auch die Politik muss das flankieren: Es braucht wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und eine Handelspolitik, die unseren Industriestandort in einem zunehmend harten globalen Wettbewerb stärkt.“
Christiane Benner, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Erste Vorsitzende der IG Metall: „Wir haben intensiv um gute Lösungen in dieser Krisensituation gerungen. Mit dem nun verabschiedeten Zukunftsplan stellen wir uns gemeinsam mit Vorstand und Anteilseignern den riesigen Herausforderungen. Es ist gut, dass der Vorstand nun die Grundlage hat, die entscheidenden Aufgaben anzugehen. Dazu gehört es ausdrücklich auch, Zukunftsszenarien für alle Werke zu entwerfen. Volkswagen trägt dabei als größter Industriekonzern weiterhin eine enorme Verantwortung für seine Beschäftigten und Standortregionen. Wir werden dabei den Beweis antreten, dass alle Beteiligten genau dann am besten vorankommen, wenn man gerade auch die schwierigen Zukunftsthemen entschieden gemeinsam angeht."
Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen Group: „Der Zukunftsplan ist eine Notwendigkeit, um unseren Konzern erfolgreich ins nächste Jahrzehnt zu führen, ohne dass die damit verbundenen Vorhaben einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen. Volkswagen wahrt damit einmal mehr die Gleichrangigkeit von Beschäftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit als gemeinsame Unternehmensziele. Denn die bilden eben keinen Widerspruch, sondern bedingen sich stattdessen an vielen Stellen gegenseitig. In diesem Sinne übernimmt die Mitbestimmung im Konzern auch in dieser Situation Verantwortung. Damit besteht die Grundlage für das Unternehmen, weiterhin mit attraktiven Modellen für Erfolg zu sorgen und so dazu beizutragen, dass die Beschäftigten an allen Standorten eine Perspektive erhalten.“
Weitreichendstes Transformationsprogramm in der Geschichte der Volkswagen Group
Der Zukunftsplan 2030 ist das strategisch tiefgreifendste Transformationsprogramm in der Geschichte der Volkswagen Group. Die zwölf Initiativen sollen den Konzern und seine Marken unter anspruchsvollen Wettbewerbsbedingungen noch robuster und wettbewerbsfähiger aufstellen:
- Finanzielle Grundlage stärken: Im Fokus steht das automobile Kerngeschäft. In veränderten Marktumfeldern plant die Volkswagen Group mit einem Absatz von 9 Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Finanzielles Kernziel ist eine operative Umsatzrendite von 9 Prozent bis 2030. Das entspricht einem operativen Ergebnis von rund 31 Mrd. EUR, bei 37 Mrd. EUR Gemeinkosten und einer Zielgröße von 135 Mrd. EUR für Investitionen in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung im Planungszeitraum 2027 bis 2031. Die Gegenstände der einzelnen Sachinvestitionen sowie Forschungs- und Entwicklungskosten werden im Rahmen des üblichen Prozesses in der Planungsrunde 75 im Aufsichtsrat auf Grundlage des Zukunftskonzepts in validierter und konkretisierter Form vorgestellt und dem Aufsichtsrat zur erneuten Entscheidung vorgelegt.
- Fokus auf attraktivste Fahrzeuge legen: Bis 2035 strafft die Volkswagen Group ihre Modellpalette um rund 50 Prozent, die Angebotskomplexität um rund 75 Prozent. Die fokussierten Modelle überzeugen mit Design und Technologie – und sie profitieren von der Konzentration auf weniger Varianten: höhere Stückzahlen je Modell, niedrigere Kosten, stärkere Skaleneffekte. Plattformen, Elektronik-Architekturen, Fahrerassistenzsysteme und Software richtet die Volkswagen Group konsequent auf die westliche und östliche Hemisphäre aus.
- Effizienz auf ein neues Niveau heben: Ein konzernweites Programm für Operative Exzellenz bündelt die Kräfte von Technischer Entwicklung, Beschaffung, Produktion, Qualität, Vertrieb und Gemeinkosten. Ziel sind deutlich höhere Effizienz, bessere Abläufe, mehr Geschwindigkeit und eine spürbare Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
- Führung stärken, Entscheidungen beschleunigen: Schlankere Führungsstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und kürzere Entscheidungswege geben den Teams mehr Verantwortung und Geschwindigkeit in der Umsetzung. Ein einheitliches Performance- und Bonussystem für Führungskräfte schafft zusätzlichen Fokus auf Leistung, Ergebnis und gemeinsamen Erfolg.
- Produktionsstruktur wettbewerbsfähig aufstellen: Es soll für die europäischen Werke bis Ende Juni 2027 ein mit dem Zielbild zu vereinbarendes Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden. Der Aufsichtsrat hat mit seinem Beschluss zur Kenntnis genommen, dass eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen in Europa im Volkswagen Konzern besteht und für die Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden kann. Für diese Werke werden parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft.
- Notwendige Anpassung der Personalkapazitäten: Des Weiteren ist über die bestehenden Programme hinaus eine weitere grundlegende Anpassung der weltweiten Personalkapazitäten notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswagen Group zu sichern. Angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbsdrucks, veränderter Nachfragestrukturen und des technologischen Wandels in der Automobilindustrie ist eine konsequente Anpassung der Personalkapazitäten an die wirtschaftliche Realität unabdingbar. Die dem Zukunftsplan 2030 zugrundeliegende Erhebung sieht eine konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen – inkl. Management-Positionen – vor.
- Nordamerika- und China-Geschäft weiterentwickeln: In Nordamerika konzentriert sich der Volkswagen Konzern künftig auf die profitabelsten Segmente. Das China-Geschäft passt der Konzern an die veränderte Erwartung an das Gesamtwachstum des chinesischen Automobilmarkts an und baut das Exportgeschäft in Richtung „globaler Süden“ aus.
- Konzernstruktur vereinfachen: Der Aufsichtsrat bittet den Konzernvorstand, ein Modell für eine fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur des Volkswagen Konzerns zu entwickeln. Mit der fortentwickelten Struktur wird die Grundlage für die Realisierung technologischer und weiterer Synergien zur Kostenreduzierung im Konzern gelegt werden. Die fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur wird eine klare Zuordnung der Verantwortlichkeiten und eine schnellere, effizientere und moderne Konzernsteuerung ermöglichen. Der Aufsichtsrat wird darüber beschließen, seine Zustimmungsvorbehalte auf Maßnahmen von wesentlicher Bedeutung für den Gesamtkonzern zu beschränken und die Schwellenwerte entsprechend an die übliche Unternehmenspraxis im DAX anzupassen.
- Beteiligungsportfolio verschlanken, Kapital gezielter einsetzen: Das Portfolio der Beteiligungen und Geschäfte wird konsequent auf ihren strategischen und wirtschaftlichen Beitrag zum Kerngeschäft reduziert – und soll um rund ein Drittel gestrafft werden. Nicht-strategische Aktivitäten werden veräußert oder neu strukturiert. Auch das Immobilienportfolio wird überprüft. Ziel sind eine schlankere Struktur und ein effizienterer Einsatz des Kapitals.
Umsetzung wird beschleunigt
Mit dem heutigen Beschluss geht der Zukunftsplan 2030 in die weitere Umsetzung. Bereits angestoßene Maßnahmen werden konsequent fortgeführt, die weiteren Schritte jetzt unmittelbar eingeleitet. Wo Vereinbarungen mit den Arbeitnehmervertretern erforderlich sind, werden die zuständigen Gremien der Marken und Gesellschaften eingebunden und die Gespräche zügig aufgenommen. Der Konzernvorstand übernimmt die Gesamtverantwortung für die Umsetzung und wird das Programm mit klarer Steuerung und dem notwendigen Tempo vorantreiben. Der Aufsichtsrat wird in den Prozess eng eingebunden, regelmäßig über die Fortschritte informiert und, wo erforderlich, beteiligt.










