Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Volkswagen Forum Konzernarchiv in Wolfsburg wurde der diesjährige Sara-Frenkel-Preis verliehen. Mit dem von der Jugend- und Auszubildendenvertretung und der Berufsausbildung von Volkswagen in Wolfsburg ausgeschriebenen Preis werden seit 2019 herausragende Projekte ausgezeichnet, die sich für Respekt, Toleranz, Zivilcourage sowie gegen Gewalt und Rassismus einsetzen. In diesem Jahr zeigt sich die Jury sehr beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der 10 eingereichten Arbeiten. Die Beiträge machen deutlich, wie reflektiert und engagiert sich junge Menschen mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen. Sie tragen dazu bei, Erinnerung lebendig zu halten und unsere demokratischen Werte zu stärken.
Die Preisträgerinnen und Preisträger 2026
Die von einer Jury ausgewählten drei erstplatzierten Projekte verdeutlichen in besonderer Weise die Bandbreite und Qualität des Engagements: Den 1. Platz belegte das Projekt „Wohnungslosigkeit und Armut in Wolfsburg“. Schülerinnen und Schüler der Carl-Hahn-Schule haben dabei in Kooperation mit der Wohnungsnotfallhilfe eine Minibuch-Reihe entwickelt, die auf Grundlage von Interviews und Recherchen realitätsnahe Einblicke in die Lebenssituationen Betroffener gibt und gezielt zur Sensibilisierung sowie zum Abbau von Vorurteilen beiträgt.
Den 2. Platz erreichte „Ein Stolperstein für Ferdinand Itzkewitsch aus Ehmen“, ein Projekt von Schülerinnen und Schülern der Neuen Schule Wolfsburg im Rahmen der Beschreibung von jüdischem Leben in der Region Wolfsburg. Hierbei wurden intensive historische Recherche und lokales Engagement verbunden, um die individuelle Geschichte eines NS-Verfolgten sichtbar in den öffentlichen Raum zurückzubringen.
Der 3. Platz ging an das Projekt „Erinnern für die Zukunft – Stimmen der Überlebenden“, bei dem Schülerinnen und Schüler des Phoenix-Gymnasiums Wolfsburg-Vorsfelde in einem selbst produzierten Dokumentarfilm Zeitzeugenberichte sichern und für junge Generationen zugänglich machen, um historische Verantwortung, Empathie und demokratische Werte nachhaltig zu stärken.
Die ausgezeichneten Projekte stehen exemplarisch für das Engagement junger Menschen, sich aktiv mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen und daraus Impulse für die Zukunft zu entwickeln. Arne Meiswinkel, Personalvorstand der Marke Volkswagen Pkw, sagte:
„Die Förderung von jungen Talenten und gesellschaftlichem Engagement ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Projekte wie diese zeigen, wie wichtig Bildung und Engagement für eine starke und zukunftsfähige Gesellschaft sind. Die beteiligten Jugendlichen haben Verantwortung übernommen und Haltung gezeigt. Sie sind damit Vorbild für viele andere junge Menschen.“
Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG, betonte:
„Die Projekte beim diesjährigen Sara-Frenkel-Preis zeigen: Respekt, Toleranz und Zivilcourage waren und sind nicht selbstverständlich. Sie verdeutlichen: Hass, Gewalt und Verachtung kann es in aller Welt geben – und eben auch bei uns in Wolfsburg. Sie machen aber auch klar: Hass, Gewalt und Verachtung dürfen bei uns keinen Platz haben. Hier gibt es junge Menschen, die sich aktiv für das Miteinander einsetzen, für das Verbindende zwischen den Menschen. Das macht mir großen Mut für die Zukunft – und dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.“
Engagement für Erinnerung und Zukunft
Der Sara-Frenkel-Preis wird jährlich verliehen und erinnert an die Bedeutung von Zivilcourage, historischer Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Werte und Verhaltensweisen, mit denen sich die Namenspatronin, Sara Frenkel-Bass, ein Leben lang schon identifiziert. Sie war von 1943 bis 1945 selbst Zwangsarbeiterin im Volkswagenwerk in Wolfsburg. Ihr Leben lang hat sie sich für die ihr am Herzen liegenden Werte Respekt, Toleranz und Zivilcourage und gegen das Vergessen engagiert. Sie fordert zu einer aktiven Haltung auf: „Ich appelliere an die junge Generation: Seid wachsam, schaut hin, hört nicht weg. Steht zusammen und macht den Mund auf, wenn wieder über Andersdenkende, Andersfarbige und Andersgläubige gehetzt wird. Das Leid von damals darf sich nicht wiederholen.“ Die heute 103-Jährige lebt in Antwerpen (Belgien).







