Die Professur soll innerhalb der Mobilitätsforschung die gesamte Bandbreite von Künstlicher Intelligenz erschließen – von der virtuellen Produktentwicklung über mechatronische Systeme bis hin zu autonomen Fahrfunktionen und der Analyse realer Nutzungsdaten aus dem Fahrzeug. Damit stärkt sie die Forschung an den Schnittstellen moderner Mobilitätssysteme und setzt Impulse für neue KI basierte Entwicklungsprozesse.
Die Professur wird am Institut für Konstruktionstechnik der TU Braunschweig angesiedelt und eng mit dem TU-eigenen Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) zusammenarbeiten. Das NFF zählt mit über 1.000 Forschenden, mehr als 40 Instituten und über 50 Unternehmenspartnern zu den forschungsstärksten Mobilitätszentren Europas. Die Besetzung der Professur ist zeitnah geplant, idealerweise bis Oktober 2026. Nach fünf Jahren soll sie in eine ordentliche Professur übergehen.
„Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft der Volkswagen Group“, Hauke Stars, Volkswagen Konzernvorstand für IT. „Durch den Einsatz von KI-Technologien beschleunigen wir unsere Prozesse und bringen neue Produkte und Technologien deutlich schneller auf den Markt. Das dafür benötigte Expertenwissen bauen wir konsequent aus. Mit der neuen Professur an der TU Braunschweig stärken wir gezielt die Spitzenforschung in Deutschland. Der enge Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie ermöglicht es uns und unseren Partnern in der Zulieferindustrie, frühzeitig entscheidendes Know how zu sichern.“
„Künstliche Intelligenz verändert die Produktentwicklung grundlegend“, sagt TU-Präsidentin Angela Ittel. „Software prägt moderne Fahrzeuge, die Entwicklung und die Produktion stärker denn je. KI ist der Motor für die nächste Generation von Mobilität. Um Spitzenforschung mit hoher gesellschaftlicher Relevanz voranzubringen, ist die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie entscheidend. Ich bin stolz, dass wir gemeinsam mit unserem langjährigen Partner, der Volkswagen Group, diese Professur realisieren. So stärken wir die KI-Forschung gezielt und schaffen die Grundlage für konkrete Beiträge zur Mobilität der Zukunft. Gerade jetzt ist das der richtige Schritt: Wir müssen investieren, um Innovationen voranzubringen.“
Die Professur soll auch als Impulsgeber für den weiteren Ausbau des regionalen Innovationsökosystems in Niedersachsen wirken und Zulieferer, Start-Ups sowie weitere Forschungspartner einbinden. Sie stärkt den Transfer von Wissenschaft in die industrielle Praxis, indem sie praxisnahe Anforderungen in der Forschung aufgreift. Auf diese Weise beschleunigt sie die Skalierung innovativer Technologien und eine nachhaltige Transformation industrieller Anwendungen.
Hinweis an die Redaktionen: KI in der Produktentwicklung
Die technische Komplexität moderner Automobile steigt stetig – und damit auch der Bedarf an leistungsfähigen Technologien in der Produktentstehung, von der Entwicklung bis zur Produktion. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Zu den wichtigsten KI-gestützten Anwendungen in der Automobilentwicklung zählen „Digitale Zwillinge“, also vollständig digitale und KI-basierte Modelle von Fahrzeugen und Komponenten. Diese ermöglichen es, Entwicklungsstände frühzeitig anzupassen, neue Design- und Konstruktionsvorschläge zu generieren und umfassend zu testen. Die dadurch ermöglichte enorme Vielfalt und hohe Taktung im Entwicklungsprozess sind heute mit physisch hergestellten Prototypen nicht mehr darstellbar und bringen auch einen deutlichen zeitlichen Vorteil.
Mittelfristig gewinnen KI‑Agenten immer mehr an Bedeutung – teilautonome Programme, die kleinteilige Aufgaben wie Softwaretests selbstständig übernehmen und damit Entwicklungsprozesse deutlich beschleunigen. Besondere Beachtung finden zudem sogenannte Foundation Models: Das sind komplexe KI-Systeme, die mit bereichsübergreifenden Daten – perspektivisch auch solchen von Zulieferern – ausgestattet werden und dadurch sämtliche Prozessschritte der Produktentwicklung „aus einem digitalen Guss“ zusammenführen und kontinuierlich optimieren.









