LFP-Batterien bieten wettbewerbsfähige Kosten, eine lange Lebensdauer und eine hohe Robustheit. Damit sind sie eine Schlüsseltechnologie für bezahlbare Elektromobilität im Volumensegment. Für die kommenden Jahre wird in Europa eine stark wachsende Nachfrage erwartet: Prognosen zufolge könnte der Marktanteil von LFP von heute rund 10 Prozent auf 40 bis 60 Prozent im Jahr 2030 steigen. Gleichzeitig verfügt Europa derzeit über keine relevanten Produktionskapazitäten für LFP-Batterien.
Die Partnerschaft mit Gotion stärkt Europas Position im globalen Markt für LFP-Batterien. Gemeinsam werden die Partner die regionale Produktion von LFP-Batterien ausbauen, die Bezugsquellen für Kathodenaktivmaterial diversifizieren und damit die Versorgungssicherheit sowie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Batterieindustrie stärken.
Thomas Schmall, Mitglied des Vorstands der Volkswagen Group für Technik und Aufsichtsratsvorsitzender der PowerCo SE: „Ich freue mich, dass wir unsere langjährige Partnerschaft mit Gotion auf die gemeinsame industrielle Produktion von LFP-Batterien ausweiten und damit die europäische Batterieindustrie stärken. Das ist für beide Unternehmen ein wichtiger Durchbruch. Wir kommen damit unserem Ziel näher, eine führende Rolle in der Elektromobilität einzunehmen. Volkswagen ist der erste europäische Automobilhersteller, der die gesamte Batterie-Wertschöpfungskette abdeckt – von der Entwicklung über die Vormaterialien bis hin zur Produktion.“
Li Zhen, Chairman von Gotion High-tech: „Sechs Jahre enger Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und Gotion haben ein tiefes gegenseitiges Vertrauen geschaffen und eine Beziehung entstehen lassen, die beide Seiten stärkt. Sie ist längst über eine gewöhnliche Geschäftsbeziehung hinausgewachsen und zu einer Partnerschaft geworden, die von einer gemeinsamen Zukunft getragen wird. Heute beschleunigen wir gemeinsam mit der Volkswagen Group und PowerCo unsere globale strategische Zusammenarbeit. Durch gegenseitige Beteiligungen und drei gemeinsame Standorte verankern wir unsere gemeinsame Strategie zur Lokalisierung der Batteriefertigung in Europa, nutzen die Chancen der globalen Elektromobilität konsequent und gestalten gemeinsam ein neues Paradigma einer erstklassigen, für beide Seiten gewinnbringenden Zusammenarbeit in der Batterie-Industrie.“
Frank Blome, CEO der PowerCo SE: „Volkswagen und PowerCo bauen Europas Batterieindustrie auf. Die Partnerschaft mit Gotion ist der nächste Meilenstein auf diesem Weg: Sie stärkt die Resilienz unserer Wertschöpfungskette, beschleunigt die Industrialisierung und verbindet die Kompetenzen der PowerCo mit den Stärken eines langjährigen Partners.“
Diversifizierung der Batterie-Lieferkette
Volkswagen Group, PowerCo und Gotion arbeiten seit 2020 eng und erfolgreich zusammen. Gotion ist sowohl Zelllieferant der Volkswagen Group als auch strategischer Partner der PowerCo.
Mit den neuen Joint Ventures weiten die Partner diese bewährte Zusammenarbeit strategisch auf die industrielle Produktion von LFP-Batteriezellen und Kathodenmaterial aus. An den drei Standorten werden sie Investitionen und industrielle Verantwortlichkeiten teilen. Die Vereinbarung unterstützt damit die langfristigen Pläne der Volkswagen Group zum Aufbau einer europäischen Batterie-Lieferkette und stärkt den Wachstumskurs der PowerCo.
- Valencia / Spanien: LFP-Batteriezellen
Die derzeit im Bau befindliche PowerCo-Gigafabrik in Valencia soll in ein Joint Venture überführt werden. Die Vereinbarung sieht vor, dass PowerCo 51 Prozent der Anteile an dem Joint Venture hält und Mehrheitsgesellschafter bleibt. Das Joint Venture soll gemeinsam von PowerCo und Gotion geführt werden. Das zentrale Ziel ist es, den Standort zu einem europäischen Produktionszentrum für Einheitszellen auf Basis der LFP-Technologie auszubauen. Die geplanten Investitionen und Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen bleiben wie angekündigt bestehen - Šurany / Slowakische Republik: LFP-Batteriezelle
Die Zellfabrik von Gotion in Šurany soll in ein Joint Venture überführt werden. Die Vereinbarung sieht vor, dass Gotion 51 Prozent der Anteile an dem Joint Venture hält und Mehrheitsgesellschafter bleibt. Das Joint Venture soll gemeinsam von PowerCo und Gotion geführt werden und seinen Schwerpunkt auf LFP-Zellen sowohl für Elektrofahrzeuge als auch für Energiespeichersysteme (ESS) legen. - Kenitra / Marokko: LFP-Kathodenmaterial
Für das Joint Venture in Kenitra ist der Aufbau einer neuen Produktionsanlage für LFP-Kathodenmaterial geplant. Die Anlage soll dazu beitragen, die Bezugsquellen für Kathodenmaterial zu diversifizieren, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die regionale Wertschöpfungskette auszubauen. Gotion wird 51 Prozent der Anteile halten und Mehrheitsgesellschafter des Joint Ventures sein. PowerCo und Gotion werden das Joint Venture gemeinsam führen.
Finanzielle Details
Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung wird die PowerCo voraussichtlich bis 2030 insgesamt rund 470 Millionen Euro in die Standorte Šurany und Kenitra einbringen, um einen Anteil von jeweils 49 % zu erwerben. Im Gegenzug sieht die Vereinbarung vor, dass Gotion rund 1,1 Milliarden Euro investiert, um einen Anteil von 49 % am Standort Valencia zu erwerben. Dies spiegelt die Größenordnung und strategische Bedeutung des europäischen Produktionszentrums wider. Die Vereinbarung steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und üblicher Vollzugsbedingungen, einschließlich der Zustimmung der Hauptversammlung von Gotion.
Darüber hinaus hat der Volkswagen Konzern, aufbauend auf der langjährigen Partnerschaft und mit dem Ziel, die Beteiligungsstrukturen zu optimieren sowie langfristige strategische Synergien zu unterstützen, über seine Tochtergesellschaft Volkswagen (China) Investment Co., Ltd. (VCIC) verbindliche Vereinbarungen zum Verkauf eines 5,3 %igen Anteils an ihrer Beteiligung an Gotion abgeschlossen. Da Volkswagen zuvor vereinbart hatte, die Stimmrechte für einen Teil seiner Beteiligung nicht auszuüben, wird die angestrebte Transaktion die vom Volkswagen Konzern ausgeübten Stimmrechte bei Gotion nicht verringern. Die Vertretung des Volkswagen Konzerns im Board of Directors von Gotion sowie weitere Nominierungsrechte bleiben von der angestrebten Transaktion unberührt. Nach Abschluss der Transaktion wird Volkswagen weiterhin als strategischer Investor bei Gotion engagiert sein. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen.








