Datum: 20.10.2026
Der Zukunftsplan der Volkswagen Group
Aktuelle Informationen zum Zukunftsplan 2030 und zur Transformation der Volkswagen Group.
Volkswagen und die IG Metall setzen ihre Gespräche zum Zukunftstarifvertrag fort. Im Vorfeld des nächsten Überprüfungsgesprächs erläutert Arne Meiswinkel, Personalvorstand der Marke Volkswagen, welche Erwartungen das Unternehmen an die Verhandlungen hat, warum mehr Wettbewerbsfähigkeit entscheidend für die Zukunft des Standorts Deutschland ist und welche Maßnahmen der Zukunftsplan 2030 vorsieht. Im Interview geht es um Arbeitskosten, Beschäftigungssicherung, Investitionen und die langfristige Ausrichtung von Volkswagen in einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld.
Datum: 20.10.2026
Am Freitag, den 23.10.2026, werden sich Vertreter der Volkswagen AG und der IG Metall zu einem weiteren Überprüfungsgespräch zum geltenden Zukunftstarifvertrag zusammenfinden. Bereits Ende September sprachen beide Seiten auf Grundlage einer Regelung des Zukunftstarifvertrags vom 1. Januar 2025 miteinander. Außerdem sollen spätestens Anfang Dezember die Verhandlungen zur nächsten Tarifrunde beginnen.
Arne Meiswinkel, Personalvorstand der Marke Volkswagen und Mitglied der erweiterten Konzernleitung, spricht im Interview darüber, was das Unternehmen von den aktuellen Gesprächen erwartet und was sich für Beschäftigte konkret ändern soll. Außerdem erklärt der Vorstand, dass die im Group Target Picture beschriebene bessere Wettbewerbsfähigkeit über viele Einzelmaßnahmen und nicht nur über Einsparungen bei den Arbeitskosten erreicht werden soll.
Meiswinkel: An der Agenda hat sich seit dem ersten Überprüfungsgespräch vor rund zwei Wochen nichts Grundlegendes verändert. Ebenso auch nicht an der Situation, in der sich unser Unternehmen befindet. Wir müssen Volkswagen wettbewerbsfähig halten als Voraussetzung für Arbeitsplätze am Standort Deutschland. Darum geht es auch in den kommenden Gesprächen.
Seit dem Zukunftstarifvertrag 2024 hat sich die wirtschaftliche Situation global, aber auch speziell hierzulande und in unserem Unternehmen drastisch verschärft. Bei Volkswagen zeigen auch die aktuellen Zahlen akuten Handlungsbedarf. Deshalb müssen wir auch am Freitag mit unseren Sozialpartnern über zukunftsfähige Arbeitskosten- und Unternehmensstrukturen sprechen. Alle Kolleginnen und Kollegen erwarten in dieser Situation zu Recht schnell Klarheit und vor allem tragfähige Lösungen.
Mit der fristgerechten Kündigung der zehn Verträge zum 31. Dezember 2026 haben wir den Raum geöffnet, um notwendige Anpassungen zu verhandeln. Wir müssen zügig darüber sprechen, was wir uns als Unternehmen kurz-, mittel- und langfristig noch leisten können. Wir haben wenig Einfluss auf die finanziellen Folgen der aktuellen Kriege, Zölle, Energie- und Rohstoffpreise. Das ist Fakt.
Worauf wir aber Einfluss haben, sind unsere Kosten. Und da müssen wir ran. Angesichts der skizzierten wirtschaftlichen Schieflage ist das unabwendbar. Es steht aber nicht alles infrage. Der Zukunftstarifvertrag und die darin vereinbarte Beschäftigungssicherung sind von den Kündigungen ausdrücklich nicht betroffen. Die reguläre Tarifrunde, in der wir über die offenen Tarifverträge sprechen, startet spätestens Anfang Dezember. Ich wünsche mir aber einen früheren Start, denn wir haben keine Zeit zu verlieren. Die Gespräche, die wir am Freitag führen, sind die Fortsetzung der Überprüfungsgespräche, wie sie der Zukunftstarifvertrag ausdrücklich für beide Seiten vorsieht – wenn sich wesentliche Rahmenbedingungen der Einigung von 2024 verändert haben. Und das ist der Fall.
Es geht definitiv nicht ausschließlich um die Arbeitskosten. Das Zielbild 2030 besteht aus insgesamt zwölf Initiativen, bei denen wir vom Produktportfolio bis zu neuen Wachstumsfeldern alles überprüfen. Denn wettbewerbsfähig bleiben wir nur, wenn wir uns auf unsere Stärken konzentrieren und unsere Kosten überall in den Griff bekommen. Das ist elementar.
Wir wollen, etwa mit Initiative 6, umfassende Effizienzprogramme in den operativen Fachbereichen Entwicklung, Einkauf, Produktion, Qualität und Vertrieb umsetzen. Sie sollen die Kosten gegenüber der aktuellen Planung bis 2030 insgesamt um rund 20 Milliarden Euro reduzieren. Der Fokus liegt dabei auf schlankeren Entwicklungsprozessen, geringeren Materialkosten sowie niedrigere Fertigungs-, Gewährleistungs- und Vertriebskosten. Zugleich sind auch die Arbeits- und Personalkosten ein wichtiger Hebel, aber eben nur einer von vielen.
Wir wollen zügig vorankommen. Sowohl beim Überprüfungsverfahren als auch beim Einstieg in die kommende Tarifrunde. Wir haben, wie mehrfach gesagt, keine Zeit zu verlieren. Der internationale Wettbewerb wird es gerade in der angespannten Situation ausnutzen, wenn wir jetzt auf der Stelle treten. Daher setze ich auf das gemeinsame Verständnis, dass wir in den anstehenden Verhandlungen schnell zu einer Einigung kommen. Die Kolleginnen und Kollegen genauso wie das Unternehmen brauchen zügig Planungssicherheit.
Wir wollen jetzt mit dem Zukunftsplan 2030, hinter dem der gesamte Vorstand und der Aufsichtsrat stehen, unsere Position auf dem globalen Markt verbessern. Mit geplanten Investitionen von 135 Milliarden Euro bis 2031 setzen wir dabei klar auf Zukunft. Die können wir aber nur erfolgreich gestalten, wenn wir uns schnell dem harten Wettbewerb stellen, auch wenn es schmerzhafte Veränderungen geben wird.
Es hilft keinem, wenn immer wieder interne Dokumente oder erste Gedanken nach außen gegeben werden. Ganz im Gegenteil. Das führt zu gefährlichen Spekulationen und letztendlich auch zu großer Unsicherheit. Wer so etwas bewusst macht, spielt gezielt mit den Ängsten der Menschen und das ist unverantwortlich. Es gibt sehr gute Gründe, warum konkrete Inhalte zuerst in den zuständigen Gremien diskutiert werden. Für beide Verhandlungsparteien bietet das den nötigen Raum für Kompromisse im Sinne aller Beteiligten. Und darum geht es. Wir müssen gemeinsam Lösungen finden und Ergebnisse erreichen. Diese werden wir dann umfassend kommunizieren, erklären und einordnen.
Aktuelle Informationen zum Zukunftsplan 2030 und zur Transformation der Volkswagen Group.