Datum: 18.09.2026
Zukunftsplan: Volkswagen Group steht vor nächster Phase der Transformation
Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen zum Zukunftsplan der Volkswagen Group.
Warum senkt die Volkswagen Group ihren Jahresausblick für 2026? Im Interview spricht Arno Antlitz, CFO und COO des Konzerns, über die Gründe für die angepasste Umsatzrendite-Prognose, den Druck auf den internationalen Automobilmärkten, Sondereffekte im operativen Ergebnis und die Bedeutung des Zukunftsplans „Group Target Picture 2030“. Seine Botschaft: Die Volkswagen Group muss Komplexität reduzieren, Kosten senken und die Transformation konsequent beschleunigen.
Datum: 18.09.2026
Herr Antlitz, bei der Präsentation des Sechsmonatsergebnisses Ende Juli wurde der Ausblick noch bestätigt, dass die Umsatzrendite im Gesamtjahr im Korridor von 4- 5,5 Prozent liegen wird. Nun wird nur noch eine Umsatzrendite von bis zu einem Prozent erwartet. Warum muss der Jahresausblick jetzt zurückgenommen werden? Wie kommt es dazu?
In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld arbeiten wir intensiv daran, die Volkswagen Group zukunftssicher aufzustellen. Doch nun sind mehrere Effekte zusammengekommen. Zum einen hat sich die Lage auf den Weltmärkten weiter verschärft – insbesondere in China. Der größte Einzelmarkt der Welt ist um 20 Prozent eingebrochen. Eine Konsolidierung ist nicht in Sicht. Dem Trend können wir uns nicht entziehen. Gleichzeitig drängen die chinesischen Hersteller mit ihren günstigen Exporten nach Europa. Das erhöht den Preis- und Wettbewerbsdruck auch hier. Zudem hat sich die Nachfrage unter anderem vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage und stark gestiegener Benzinpreise nach batterieelektrischen Fahrzeugen beschleunigt, mit denen wir heute noch deutlich weniger verdienen als mit den Verbrennern. Mit unserer Produktoffensive steuern wir entschlossen dagegen. In China haben wir mit der „In China für China“ Strategie und lokal entwickelten Elektromodellen wichtige Weichen gestellt. Diese Strategie wird sich aber erst in den nächsten Jahren voll auszahlen.
Neben diesen starken Gegenwinden im Markt, die sich auf das operative Ergebnis unserer Marken auswirken, haben wir erhebliche einmalige Sondereffekte zu verkraften. In Summe wird das operative Ergebnis mit insgesamt 10 Mrd. € in diesem Geschäftsjahr belastet, 9 Mrd. € davon allein im zweiten Halbjahr. Ein gewaltiger Wert.
Können Sie das näher erläutern?
Ein Großteil – rund 6 Mrd. Euro - resultiert aus der nicht zahlungswirksamen Abschreibung auf den im Volkswagen Konzern bilanzierten Goodwill auf die Porsche AG. Porsche hat in seiner heutigen Aufsichtsratssitzung die aktualisierte Mittel- und Langfristplanung verabschiedet und die Volkswagen AG über die erwartete Entwicklung ihrer finanziellen Eckdaten informiert. Der Volkswagen Konzern hat dies zum Anlass genommen, die Werthaltigkeit des Goodwills zu überprüfen. In diesem Zuge hat der Volkswagen Konzern die mittel- und langfristigen Annahmen aktualisiert, unter anderem im Rahmen des von Porsche kommunizierten Mittelfristkorridors von 10 bis 15 Prozent. Hinzu kommen weitere Belastungen in Höhe von rund 2 Mrd. Euro. In diesem Betrag enthalten sind drei Effekte: eine geplante Ausweitung der Vorruhestandsregelungen, der angestrebte Verkauf der Volkswagen Osnabrück GmbH im Zusammenhang mit der Ende 2024 getroffenen Einigung „Zukunft Volkswagen“ sowie Wertberichtigungen von Vermögenswerten von vollkonsolidierten Gesellschaften in China. Bereinigt um diese Sondereffekte würde sich die operative Umsatzrendite im Gesamtjahr 2026 auf rund 4 Prozent belaufen. Das heißt: bereinigt liegen wir in etwa am unteren Ende unserer ursprünglichen Prognosebandbreite von 4,0 bis 5,5%. Aber auch das ist nicht ausreichend, um kraftvoll in die Zukunft investieren zu können.
Heißt das, dass die laufenden Performance Programme und die zahlreichen Initiativen zur Verbesserung der Kostenbasis nicht wirken?
Doch. Wir haben messbare Fortschritte erzielt. Wir bringen begeisternde Produkte in den Markt, senken Gemeinkosten und Investitionen, ohne die Produktsubstanz zu schwächen. Und nach wie vor erwarten wir einen robusten Netto-Cashflow von 3 bis 6 Mrd. Euro im Gesamtjahr. Die Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile wird mit 32 bis 34 Mrd. Euro ebenfalls auf einem soliden Niveau erwartet. Dafür möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken. Sie leisten bereits einen wichtigen Beitrag.
Aber die aktuelle Entwicklung zeigt: Wir dürfen nicht nachlassen – im Gegenteil. Denn die Marktveränderungen sind tiefgreifend und dauerhaft. Der gemeinsam beschlossene Zukunftsplan „Group Target Picture 2030“ schafft die Voraussetzungen, um die Volkswagen Group und ihre Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufzustellen. Ein entscheidender Hebel ist dabei der Abbau von Komplexität: ein übersichtlicheres Produktangebot, einfachere Prozesse und schlankere Strukturen. So konzentrieren wir unsere Ressourcen konsequent auf die Bereiche, die unsere Zukunft sichern. Der Zukunftsplan gibt die Richtung vor. Die Maßnahmen daraus müssen jetzt schnell und konsequent umgesetzt werden. Die finanzielle Entwicklung zeigt: Wir haben keine Zeit zu verlieren.
Hier geht es zur letzten Ad-hoc-Meldung der Volkswagen Group: Volkswagen AG aktualisiert die Prognose für das Geschäftsjahr 2026
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