Aurelius und das Land Niedersachsen wollen den Standort in den kommenden Jahren zu einem Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen weiterentwickeln. Als erstes Ankerprojekt ist eine Zusammenarbeit von Aurelius und dem Land Niedersachsen mit Rafael Advanced Defense Systems vorgesehen. Dabei geht es um die mögliche Fertigung von Systemen und Komponenten für Luftverteidigungssysteme für Deutschland und Europa. Während Rafael seine technologische Kompetenz und langjährige Erfahrung im Bereich moderner Luftverteidigungssysteme einbringen würde, soll die Belegschaft in Osnabrück beim Aufbau der Fertigung und der Industrialisierung eine zentrale Rolle übernehmen. Die Zusammenarbeit soll zugleich den Weg für weitere Partnerschaften und Projekte unter dem Dach der neuen Gesellschaft ebnen.
Volkswagen hatte 2024 entschieden, die Fahrzeugfertigung am Standort Osnabrück im Sommer 2027 auslaufen zu lassen. Das Unternehmen wird den Übergang in die neue Gesellschaftsstruktur begleiten und dabei seine industrielle Erfahrung, seine Kompetenz in Entwicklung und Industrialisierung sowie die vorhandene Infrastruktur in den weiteren Prozess einbringen.
Neue industrielle Perspektive für Osnabrück
Der Standort Osnabrück steht seit 125 Jahren für industrielle Kompetenz, Flexibilität und die Fähigkeit, besondere Lösungen möglich zu machen. Aufbauend auf diesen Stärken soll sich Osnabrück schrittweise vom Kompetenzzentrum für Kleinserien und Spezialfahrzeuge zum Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen entwickeln.
Die vorhandenen Fertigungsstrukturen, die hohe Qualifikation der Beschäftigten sowie die langjährige Erfahrung in Produktion, Qualität und Industrialisierung schaffen dafür die Voraussetzungen. Ziel ist es, ein strategisches Zukunftsfeld zu erschließen und industrielle Wertschöpfung sowie qualifizierte Beschäftigung langfristig zu sichern. Die Entwicklung soll schrittweise erfolgen und sich an konkreten Vorhaben und Partnerschaften orientieren.
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender Volkswagen Group: „Volkswagen steht zu seiner Verantwortung für Osnabrück. Mit der heutigen Vereinbarung gehen wir einen wichtigen Schritt, um dem Standort eine neue industrielle Zukunft zu eröffnen. Die Beschäftigten in Osnabrück haben immer wieder gezeigt, wie viel Kompetenz, Flexibilität und Engagement in diesem Werk stecken. Darauf wird der Standort auch in Zukunft aufbauen.“
Olaf Lies, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen: „Mit dieser Vereinbarung eröffnen wir Osnabrück eine echte industrielle Chance. Der Standort verfügt über hervorragend qualifizierte Beschäftigte, gewachsene Strukturen und viel Erfahrung bei anspruchsvollen Aufgaben. Zugleich hat sich unsere Sicherheitslage und unser Schutzbedürfnis grundlegend verändert. Deutschland und Europa müssen ihre Fähigkeiten stärken und unabhängiger werden. Niedersachsen will dazu beitragen, dass daraus Wertschöpfung und sichere Beschäftigung entstehen. Osnabrück kann dabei eine wichtige Rolle übernehmen.“
Tomer Jacob, Managing Director Aurelius: „Osnabrück bringt etwas mit, das man nicht aufbauen kann: langjährige Erfahrung bei anspruchsvollen Produkten, präzise Fertigungsabläufe und hohe Qualität, eingespielte Teams und eine starke Tradition. Gleichzeitig eröffnet sich die Möglichkeit, neue Technologien und neue Geschäftsfelder an den Standort zu holen. Die heutige Vereinbarung ist deshalb ein wichtiger Schritt. Nun wollen wir gemeinsam daran arbeiten, daraus eine tragfähige und langfristige Perspektive zu entwickeln.“
Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende bei Volkswagen: „Die Belegschaft in Osnabrück hat immer wieder bewiesen, dass sie Wandel kann und Verantwortung für die Zukunft des Standorts übernimmt. Jetzt kommt es darauf an, diesen Übergang gemeinsam mit den Beschäftigten und ihrer Interessenvertretung zu gestalten. Eine neue industrielle Perspektive für Osnabrück und die Region bedeutet vor allem Sicherheit für die Beschäftigten und ihre Familien. Dass sie sich heute eröffnet, ist insbesondere dem beharrlichen Engagement und engen Zusammenspiel von Belegschaft, Landesregierung, Betriebsrat und Gewerkschaft zu verdanken. Der heutige Schritt eröffnet Chancen für den Standort, entbindet Volkswagen jedoch nicht von der Aufgabe, auch für die verbleibenden Beschäftigten verlässliche Zukunftsperspektiven zu schaffen.“
Daniela Cavallo, Vorsitzende des Konzern- und Gesamtbetriebsrats der Volkswagen AG: „Wir haben einen wichtigen Meilenstein für unsere Kolleginnen und Kollegen in Osnabrück erreicht. Mehr als 1.200 Menschen erhalten eine Perspektive an ihrem Standort. Darauf hat die Belegschaft vor Ort in den vergangenen zwei Jahren mit Hochdruck hingearbeitet. Sie hat ihr umfassendes Know-how unter Beweis gestellt und damit überzeugt. Das Ergebnis ist ihr Erfolg. Jetzt zeigt sich, wie wichtig es war, dass wir von Arbeitnehmerseite im Rahmen der Tarifverhandlungen Ende 2024 dafür gesorgt haben, dass der Volkswagen-Vorstand sich vertraglich verpflichtet hat, für Osnabrück eine Zukunft zu schaffen. Über die jetzt vereinbarten Punkte hinaus arbeiten wir weiter an einer Lösung, um am Ende für die gesamte Stammbelegschaft eine Perspektive am Standort sicherzustellen.“
Ausblick
Die unterzeichneten Vereinbarungen zwischen den Beteiligten bilden die Grundlage für die nächsten Schritte zur Entwicklung der geplanten Gesellschaftsstruktur. Dazu gehören die Festlegung der künftigen Verantwortlichkeiten, die wirtschaftliche und organisatorische Ausgestaltung sowie die Vorbereitung des möglichen Übergangs der Volkswagen Osnabrück GmbH.
Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt abschließender Vereinbarungen, erforderlicher Gremienbeschlüsse und behördlicher Prüfungen. Über Einzelheiten zu den geplanten Aktivitäten, dem Zeitplan und der Beschäftigungsperspektive wird informiert, sobald belastbare Ergebnisse vorliegen.
Über Aurelius
Aurelius Capital ist eine internationale Investmentgesellschaft mit Hauptsitz in Tel Aviv, Israel. Das Unternehmen investiert in innovative Technologieunternehmen mit Fokus auf Verteidigung, Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz und kritische Infrastruktur. Mit einem Netzwerk aus erfahrenen Investoren sowie führenden Persönlichkeiten aus Sicherheits- und Verteidigungsorganisationen unterstützt Aurelius Capital seine Beteiligungen aktiv bei ihrer strategischen und operativen Weiterentwicklung.









