In den Tarifgesprächen muss es aus Sicht des Unternehmens auch um zusätzliche sozialverträgliche Personalinstrumente gehen. Dazu zählt die Eröffnung von förderfähigen Transfergesellschaften, in die Beschäftigte wechseln können, um sich neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen. Am Zukunftstarifvertrag sowie der darin enthaltenen Beschäftigungssicherung hält das Unternehmen trotz der angespannten, schwierigen Lage fest.
Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich stark verschlechterten Rahmenbedingungen hatten Unternehmen und IG Metall im September ihre Revisionsanträge gestellt. Dieses Verfahren ist im Zukunftstarifvertrag ausdrücklich für beide Seiten vorgesehen, um Gespräche über Anpassungen zu ermöglichen. Die Volkswagen AG setzt dabei auf Lösungen, die wirtschaftliche Stabilität ermöglichen und zugleich eine verlässliche Perspektive für die Beschäftigten schaffen. Zudem hatte die Volkswagen AG Ende September zehn Tarifverträge fristgerecht gekündigt und damit einen Verhandlungsrahmen eröffnet, der es ermöglicht, die erforderlichen Einsparungen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu vereinbaren.
Arne Meiswinkel, Personalvorstand der Marke Volkswagen und Mitglied der erweiterten Konzernleitung: „Wir haben keine Zeit zu verlieren. Seit dem Zukunftstarifvertrag 2024 hat sich die wirtschaftliche Situation drastisch verschlechtert. Daraus ergibt sich ein akuter Handlungsbedarf. Wir müssen die Volkswagen AG zukunftssicher aufstellen. Denn nur ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen kann auf Dauer sichere Arbeitsplätze bieten. Wir müssen über wettbewerbsfähige Arbeitskosten sowie über Themen wie Veränderungsbereitschaft und einen flexibleren Personaleinsatz sprechen. Unsere Beschäftigten erwarten in dieser Situation zu Recht schnell Klarheit und vor allem tragfähige Lösungen. Deshalb begrüßen wir es, jetzt mit den Verhandlungen zu starten.“
Bereits mit der Einigung „Zukunft Volkswagen“ vom Dezember 2024 hatten Volkswagen AG und IG Metall bis 2030 einen sozialverträglichen Personalabbau von mehr als 35.000 Stellen an den deutschen Volkswagen Standorten vereinbart. Aus dem Konzernzielbild 2030 (Group Target Picture) ergibt sich ein zusätzlicher Abbau in Höhe von 12.000 Stellen bis 2030 für die Volkswagen AG.
Auch dieser Abbau soll sozialverträglich erfolgen. Um in diesem Rahmen handlungsfähig zu bleiben, sind weitere Maßnahmen notwendig. Dazu zählen aus Unternehmenssicht:
- die maximale Ausschöpfung freiwilliger Austrittsinstrumente;
- die Eröffnung von förderfähigen Transfergesellschaften als zusätzliches Instrument, in die Beschäftigte wechseln können, um sich neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen, etwa durch Zusatzqualifizierungen. Ziel des Unternehmens ist es dabei, Veränderungen so zu gestalten, dass Beschäftigte Perspektiven, Wahlmöglichkeiten und Unterstützung für ihren weiteren Weg erhalten.
- sowie die Reduzierung der Arbeitskosten.
Die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen soll Gegenstand der jetzt vereinbarten Verhandlungen mit der IG Metall sein.
Außerdem bleibt es dabei, dass bis Mitte 2027 entsprechend dem Ergebnis der Aufsichtsratssitzung vom 3. September 2026 ein mit dem Zielbild zu vereinbarendes Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige europäische Produktionsstruktur erarbeitet wird.
Dieser weitere Schritt ist Teil des Zukunftsplans 2030 der Volkswagen Group. Das weitreichende Transformationsprogramm richtet den Konzern und seine Gesellschaften auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Automobilindustrie aus. Im Kern geht es um ein schlankeres, konsequent auf Kunden und Märkte ausgerichtetes Produktportfolio und eine entsprechend neu aufgestellte Organisation. Die Initiative „Operational Excellence“ soll die Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2030 um rund 20 Milliarden Euro senken. Zusätzlich ist eine Reduzierung der Overhead-Kosten um rund 11 Milliarden Euro vorgesehen. Wettbewerbsfähige Arbeits- und Personalkosten sind ein wichtiger Hebel, um die Ziele des Zukunftsplans 2030 zu erreichen.






